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Händlergarantien: Garantiezusagen sind nicht immer umsatzsteuerfrei

Bereits in der Vergangenheit hat der Bundesfinanzhof zu Garantiezusagen, wie sie üblicherweise im Kfz-Handel vorkommen, Stellung genommen. Dabei ist er von seiner alten Auffasung, die Garantiezusagen seien immer umsatzsteuerfrei, abgerückt (siehe Ausgabe 07/10). Dem hat sich nunmehr auch das Bundesfinanzministerium angeschlossen.

Betroffen sind Händlergarantien, die dem Kunden gegen gesonderte Berechnung angeboten werden. Sie kommen als Ergänzung zur gesetzlichen Gewährleistung im Gebrauchtwagenhandel oder auch als Verlängerung der zweijährigen Herstellergarantie bei Neuwagen vor. Für ihre umsatzsteuerliche Behandlung sind zwei Modelle zu unterscheiden:

  1. Es wird eine Versicherung eingeschaltet, die das Garantierisiko komplett abdeckt. Bei einer Reparatur am Fahrzeug nimmt der Käufer den Versicherer unmittelbar in Anspruch. Die Versicherung zahlt den für die Instandsetzung erforderlichen Geldbetrag. In diesem Fall erbringt der Händler eine steuerfreie Leistung, indem er dem Kunden den Versicherungsschutz verschafft. Dies gilt auch dann, wenn die Werkstatt direkt mit der Versicherung abrechnet, da insoweit nur ein abgekürzter Zahlungsweg vorliegt.
  2. Auch bei der zweiten Variante wird eine Versicherung eingeschaltet. Allerdings erhält der Käufer ein Wahlrecht: Er kann entweder die Reparatur kostenlos in der Werkstatt des Verkäufers durchführen lassen oder über den Versicherungsschutz bei einem anderen Händler vornehmen. In diesem Fall liegt eine einheitliche steuerpflichtige Leistung des Kfz-Händlers vor. Eine Steuerbefreiung - wie bei der ersten Variante - kommt nicht mehr in Betracht.

Hinweis:  Die neue Rechtsauffassung der Finanzverwaltung kann zu einer Umsatzsteuerbelastung führen. Sie ist auf alle anderen Arten von Garantien - insbesondere auch für andere Wirtschaftsgüter - übertragbar. Bitte nehmen Sie daher, sofern Sie Ihren Kunden derartige Leistungen anbieten, Kontakt mit uns auf. 

Information für: Unternehmer
zum Thema: Umsatzsteuer

(aus: Ausgabe 03/2011)